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Mittwoch, 21. Oktober 2026

Was sind die Forderungen von Herrn Friedrich Merz an Deutschland ???

Was sind die Forderungen von Herrn Friedrich Merz an Deutschland ???



Was sind die Forderungen von Herrn Friedrich Merz an Deutschland ???



Bundeskanzler Friedrich Merz stellt in seiner Politik zentrale Forderungen an die deutsche Bevölkerung und Wirtschaft, die vor allem auf eine Leistungsgesellschaft und Strukturreformen abzielen:
  • Mehr Arbeit und höhere Leistungsbereitschaft: Merz fordert, dass in Deutschland wieder mehr gearbeitet werden muss, da der Wohlstand mit einer reinen Fokus auf Work-Life-Balance oder eine Viertage woche nicht zu halten sei.
  • Wirtschafts- und Reformturbo: Gefordert werden ein massiver Bürokratieabbau, niedrigere Arbeits- und Energiekosten sowie wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen für Unternehmen, um den wirtschaftlichen Stillstand zu überwinden.
  • Reform des Sozialstaats und der Rente: Auf der Agenda stehen strengere Regeln im Sozialstaat (etwa beim Bürgergeld), die Beendigung von Anreizen zur Frühverrentung sowie weitreichende Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit.
  • Begrenzung der irregulären Migration: Merz fordert eine strikte Steuerung der Migration sowie regelmäßige Abschiebungen (unter anderem nach Syrien und Afghanistan).
  • Gutes Regierungshandeln gegen Extremismus: Er setzt darauf, Unzufriedenheit und politischen Extremismus durch konsequente, lösungsorientierte Regierungsarbeit und das Zusammenführen von Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit entgegenzuwirken.


Friedrich Merz

deutscher Politiker (CDU), 10. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

Joachim-Friedrich Martin Josef Merz (* 11. November 1955 in Brilon) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit dem 6. Mai 2025 der zehnte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Friedrich Merz (2026)
Unterschrift Friedrich Merz

Seit 2022 ist Merz Bundesvorsitzender der CDU. Als Parlamentarier war er von 1989 bis 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments, von 1994 bis 2009 und erneut seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2000 bis 2002 sowie von 2022 bis 2025 war er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zwischenzeitlich war er als Rechtsanwalt und Wirtschaftslobbyist tätig.

Leben

Herkunft, Studium und Beruf

Merz wurde 1955 als ältestes von vier Kindern in eine Juristenfamilie geboren. Seine Mutter Paula-Klara Merz, geb. Sauvigny (* 1928), entstammt einer Briloner Familie, deren Wurzeln auf hugenottische Einwanderer aus Frankreich zurückgehen.[1] Sein Großvater Josef Sauvigny war von 1917 bis 1937 Briloner Bürgermeister und bis 1933 Mitglied der Zentrumspartei, ab 1937 der NSDAP.[2][3][4][5][6] Sein Vater Joachim Merz (* 1924) entstammt einer evangelischen Soldatenfamilie aus Breslau. Er wurde nach Kriegsdienst und Gefangenschaft als Richter in der Amerikanischen Besatzungszone eingesetzt und führte mehrere NS-Prozesse in Arnsberg.[7] Dort war er später Richter am Landgericht und bis 2007 Mitglied der CDU.[8][9]

Von 1966 bis 1971 besuchte Merz das Gymnasium Petrinum Brilon, musste wegen unzureichender schulischer Leistungen verbunden mit mangelnder Disziplin die Schule wechseln, um einem Verweis zuvorzukommen[10]. Er bestand 1975 das Abitur stattdessen am Städtischen Gymnasium in Rüthen.[6][11] Vom 1. Juli 1975 bis zum 30. September 1976[12] leistete er Wehrdienst bei der Bundeswehr in Clausthal-Zellerfeld, Warendorf, Kusel und Dülmen. Er wurde in der Panzerartillerie an der Panzerhaubitze M109 ausgebildet. Sein letzter Dienstgrad war Fahnenjunker.[13][14] Seine Ausbildung als Reserveoffizieranwärter konnte er aufgrund einer Knieverletzung nicht beenden.[15]

Merz studierte danach als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung von 1976 bis 1982 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Philipps-Universität Marburg das Fach Rechtswissenschaft[11]. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung war Merz 1985/86 als Richter auf Probe am Amtsgericht Saarbrücken tätig. Im Zeitraum zwischen 1986 und 1989 war er Syndikus beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Bonn und in Frankfurt am Main.

Eintritt in die Politik, Abgeordneter und Machtkampf gegen Merkel

Merz als Kandidat im Europawahlkampf (1989)

Merz trat als Schüler 1972 in die CDU ein und engagierte sich in der Jungen Union in Brilon, deren Vorsitzender er im Jahr 1980 war.

In seiner politischen Tätigkeit war Merz vorwiegend parlamentarisch tätig: Bei der Europawahl 1989 wurde er in das Europaparlament gewählt, dem er bis 1994 angehörte. Von 1994 bis 2009 war er im Wahlkreis Hochsauerlandkreis, wo er 2005 mit 57,7 % sein bestes Erststimmenergebnis erreichte, direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestags.[16] Dort war er zunächst von 1996 bis 1998 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss. Nach der Wahl 1998 wurde Merz im Oktober zunächst stellvertretender Vorsitzender und im Februar 2000 als Nachfolger Wolfgang Schäubles Vorsitzender der Fraktion und damit Oppositionsführer. Anfang 2001 brachte Merz sich selbst als Kanzlerkandidaten ins Gespräch, zog sich aber im Juni 2001 zurück, um seine Position als Fraktionschef nicht durch einen aussichtslosen Machtkampf zu gefährden.[17]

Die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel beanspruchte nach der Bundestagswahl 2002 den Fraktionsvorsitz für sich, während Merz zum Stellvertreter gewählt wurde. Im Dezember 2004 trat er von diesem Amt zurück und gab damit den jahrelangen Machtkampf mit Merkel verloren.[18] 2005 wurde Merz in den Andenpakt der CDU aufgenommen;[19] ein informelles Netzwerk einflussreicher CDU-Männer, das 1979 von Mitgliedern der Jungen Union auf einer Reise in die südamerikanische Andenregion gegründet worden war. Der Andenpakt stand in Opposition zu Merkel, vor allem in den fünf Jahren vor ihrer Kanzlerschaft 2005, als sie nur Parteivorsitzende war.[20]

Neben seinem Bundestagsmandat war Merz von 2002 bis 2004 als Anwalt in einer Kölner Kanzlei tätig. Im Februar 2007 erklärte er, wegen parteiinterner Differenzen bei der Bundestagswahl 2009 nicht erneut zu kandidieren; er schied Ende Oktober 2009 folglich aus dem Parlament aus. Sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Patrick Sensburg, der den Wahlkreis, eine Hochburg der CDU, von 2009 bis 2017 gewann.[21][22]

Tätigkeiten in der Wirtschaft und bei Organisationen

Merz war von der Gründung 2005 bis zur Auflösung 2014 Mitglied des Fördervereins der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.[23]

Im Jahr 2005 wurde Merz Partner in der Rechtsanwaltskanzlei Mayer Brown, in deren Düsseldorfer Büro er ab 2014 als Senior Counsel tätig war.[24] Er vertrat als Mitarbeiter der Sozietät und gleichzeitiger Bundestagsabgeordneter 2006 die Interessen der RAG Aktiengesellschaft im Bundestag, als sie den Börsengang plante, was nach Bekanntwerden für öffentliche Empörung sorgte.[25]

Merz gehörte folgenden Aufsichtsräten, Beiräten und Verwaltungsräten an:

2010 beauftragte ihn der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin mit der Leitung des Verkaufsprozesses der WestLB an einen privaten Investor.[33] Während der Verhandlungen, an denen auch HSBC Trinkaus & Burkhardt beteiligt war, wurde der Verdacht eines Interessenkonflikts laut, den Merz zurückwies. Er wurde zudem für ein Tageshonorar, auch samstags und sonntags, von 5000 Euro kritisiert, das sich auf insgesamt 1.980.000 Euro belief. Einige Medien kommentierten, dass Merz eine zu hohe Entlohnung für „erfolglose Arbeit“ vom Steuerzahler erhielt.[34] Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater sei ein derartiger Tagessatz nicht unüblich, aber „an der oberen Grenze“.[35][36]

Als Merz 2018 für den Parteivorsitz der CDU kandidierte, wurde ein möglicher Interessenkonflikt wegen seines Aufsichtsratsmandats bei BlackRock diskutiert. Er beendete das Mandat Ende März 2020 und kündigte an, keinen „beruflichen Tätigkeiten außerhalb der Politik“ mehr nachgehen zu wollen, sollte er erneut in den Bundestag einziehen.[37]

Ab 1999 war er Mitglied des Präsidiums und von 2019 bis 2021 Vizepräsident der CDU-nahen Lobbyorganisation Wirtschaftsrat der CDU.[38] Merz ist Mitglied der wirtschaftsliberalen Interessengruppe Parlamentskreis Mittelstand (PKM), in der 80 Prozent der Unionsabgeordneten unter Christian von Stetten organisiert sind.[39] Der PKM gilt als Machtbasis des Kanzlers und hat sich für ihn als Bundeskanzler eingesetzt.[40]

Wiedereinstieg in die Politik, Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen beauftragte Merz im Jahr 2017, die Auswirkungen des Brexit für Nordrhein-Westfalen zu koordinieren.[41] Im Jahr 2018 wurden der Sinn und die Wirksamkeit seiner Tätigkeit im Landtag kontrovers diskutiert.[42]

Merz entschied sich 2021, wieder für ein Mandat im Bundestag zu kandidieren, und gewann die Nominierung als Direktkandidat gegen seinen Nachfolger, den Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg, mit 327 von 459 Stimmen.[43][44][45] Am 3. September 2021 wurde er in das achtköpfige Zukunftsteam von Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2021 berufen.[46] Bei der Bundestagswahl 2021 holte er mit 40,4 % der Wählerstimmen das Direktmandat für den Hochsauerlandkreis.[47]

Im Jahr 2018 entschloss sich Merz, beim Bundesparteitag der CDU für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren, wozu er am 6. November 2018 vom Vorstand des CDU-Kreisverbands im Landkreis Fulda offiziell als Kandidat vorgeschlagen wurde.[48] Auf dem Parteitag verlor er mit 48,25 % der Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Nachdem diese angekündigt hatte, im Laufe des Jahres 2020 den Vorsitz niederzulegen, bewarb sich Merz neben Armin Laschet und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen.[49] Auf dem wegen der Corona-Maßnahmen digital durchgeführten Bundesparteitag 2021 lag er im ersten Wahlgang mit 385 Stimmen vor Laschet mit 380 und Röttgen mit 224 Stimmen, unterlag jedoch in der Stichwahl mit 466 zu 521 Stimmen gegen Laschet. Nach der für die CDU/CSU verlorenen Bundestagswahl 2021 war Merz nach Norbert Röttgen und Helge Braun der dritte Bewerber um die Nachfolge des rücktrittswilligen Laschet als CDU-Vorsitzender. Bei der Vorentscheidung im Dezember 2021 erreichte Merz mit 62,1 Prozent im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der rund 400.000 Parteimitglieder bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent;[50] auf dem digitalen Parteitag am 22. Januar 2022 wurde er von den 1.001 CDU-Delegierten mit 94,6 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. Neuer CDU-Generalsekretär wurde Mario Czaja.[51][52][53]

Friedrich Merz (2022)

Am 15. Februar 2022 wurde er erneut zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Oppositionsführer gewählt, womit er Ralph Brinkhaus ablöste, der auf eine erneute Kandidatur zugunsten von Merz verzichtet hatte.[54][55] Im Juli 2023 tauschte Merz Mario Czaja als Generalsekretär gegen Carsten Linnemann aus, was in den Medien als Teil seines Kurswechsels hin zu einer konservativeren CDU gedeutet wurde.[56][57] Auf dem Parteitag der CDU am 6. Mai 2024 wurde Merz von rund 90 Prozent der 1001 Delegierten als CDU-Parteivorsitzender wiedergewählt.[58] Nachdem Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU) ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und ihre Unterstützung für Merz als Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 bekanntgegeben hatten,[59][60] wurde Merz im September 2024 durch Beschluss der Gremien von CDU und CSU offiziell zum Kanzlerkandidaten der Union bestimmt.[61] Bei der Bundestagswahl 2025 errang Merz mit 47,7 % der Wählerstimmen das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis Hochsauerlandkreis.[62] Auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar 2026 wurde er mit 91,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.[63]

Bundeskanzler (seit 2025)

Regierungsbildung

Nachdem CDU und CSU gemeinsam als stärkste Fraktion in den 21. Deutschen Bundestag eingezogen waren, nahm Merz mit der SPD am 28. Februar 2025 zunächst Sondierungsgespräche[64] und danach am 13. März 2025 Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung auf.[65]

Am 18. März 2025 stimmten die Abgeordneten des 20. Deutschen Bundestages einem Gesetz der Verhandlungspartner zur Änderung des Grundgesetzes zu. Es enthält die Lockerung der Schuldenbremse für Ausgaben bei der Bundeswehr mit über ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ein Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Milliarden Euro, wovon 100 Milliarden den Ländern zustehen und 100 Milliarden für den Klimaschutz vorgesehen sind. Letzteres wurde von den Grünen durchgesetzt, die Union und SPD zu einer Zweidrittelmehrheit verhalfen.[66] Kritisiert wurde das Vorgehen, den alten Bundestag noch einmal einzuberufen. Internationale Unterstützung für das Finanzpaket erhielt Merz von NATO-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.[67] Am 9. April 2025 stellte Merz zusammen mit dem Parteivorsitzenden der CSU, Markus Söder, und den Co-Parteichefs der SPD, Lars Klingbeil und Saskia Esken, den Koalitionsvertrag für die geplante schwarz-rote Koalition vor.

Bei der Wahl zum Deutschen Bundeskanzler erreichte Merz am 6. Mai 2025 im ersten Wahlgang mit 310 Ja-Stimmen nicht die erforderliche Kanzlermehrheit von 316 Stimmen.[68] Insgesamt verfügten die Abgeordneten von CDU, CSU und SPD über 328 Stimmen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Kanzlerkandidat im ersten Wahlgang scheiterte.[69] Daraufhin beschloss der Bundestag mit den Stimmen aller Abgeordneten und Fraktionen, von der Geschäftsordnung abzuweichen und einen zweiten Wahlgang am selben Tag durchzuführen. In diesem wurde Merz mit 325 Stimmen zum Bundeskanzler gewählt und kurz darauf von Bundespräsident Steinmeier ernannt.[70] Den Amtseid leistete Merz mit dem Gottesbezug.[71] Er schlug dem Bundespräsidenten nun das Kabinett Merz vor. Mit 69 Jahren war er bei Amtsantritt der zweitälteste Kanzler nach Konrad Adenauer.

Regierungszeit

Beziehungen zu Nachbarländern
Keir Starmer, Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron, Donald Tusk und Friedrich Merz (von links nach rechts) telefonieren am 10. Mai 2025 gemeinsam in Kiew mit Donald Trump

Bereits am 7. Mai 2025 brach Friedrich Merz zu seiner ersten Auslandsreise als Bundeskanzler auf. In Paris sprach er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und forderte eine stärkere Kooperation mit Frankreich bei der Verteidigungspolitik. Außerdem kündigten beide an, das Weimarer Dreieck mit Polen wiederbeleben zu wollen.[72] In Polen traf Merz am selben Tag mit Ministerpräsident Donald Tusk zusammen.[43]

Am 9. Mai reiste Merz nach Brüssel, um sich u. a. mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu treffen. Er betonte dabei, dass Deutschland „keine Alleingänge“ beim Kampf gegen irreguläre Migration gehen werde und mit dem EU-Recht vereinbare Entscheidungen mit den Nachbarländern abstimmen würde.[73] Zurückweisungen Asylsuchender an den deutschen Grenzen begannen bereits am Tag nach seinem Amtsantritt.[74] Am 2. Juni 2025 erklärte das Verwaltungsgericht Berlin in einer Eilentscheidung die Zurückweisungen für rechtswidrig, allerdings sei es zulässig, das Verfahren nach der Dublin-III-Verordnung an der Grenze durchzuführen.[75] Da die Eilentscheidung aber nur für die Kläger gilt, hielt Merz an den Zurückweisungen fest.[76]

Ukraine-Krieg

Beim WDR-Europaforum in Berlin erklärte Merz im Mai 2025, dass das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland oder die USA die erlaubten Reichweiten für Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, nicht mehr beschränkten. Der Kreml erklärte daraufhin, dass die Lieferung von Langstreckenwaffen ein „gefährlicher Schritt“ wäre.[77] Vizekanzler Lars Klingbeil trat der Vermutung entgegen, dass es diesbezüglich eine neue Verabredung gebe, die über Verabredungen der früheren Bundesregierung hinausginge. Nach Medienangaben beabsichtigt die Bundesregierung unter Merz, künftig keine genauen Angaben dazu zu machen, welche Waffensysteme sie an die Ukraine liefert.[78] Merz stellte klar, er habe „nur beschrieben, was schon seit Monaten geschehe“.[79]

Nahost-Konflikt

Während des G7-Gipfels in Kanada im Juni 2025 löste Merz eine politische Kontroverse aus, als er Israels Militärschläge gegen iranische Atomanlagen als „Drecksarbeit für uns alle“ bezeichnete. Die ZDF-Journalistin Diana Zimmermann hatte in einer Interview-Frage diese Formulierung verwendet, die Merz in seiner Antwort aufgriff. Er äußerte „größten Respekt“ für den „Mut“ der israelischen Führung und begründete dies mit der iranischen Bedrohung durch Atomprogramm, Terrorunterstützung und Drohnenlieferungen an Russland. Die Äußerung stieß auf scharfe Kritik von SPD, Grünen und Linken: Die SPD monierte mangelnde Deeskalation, Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger bezeichnete die Wortwahl als unangemessen im Kontext ziviler Opfer („So redet man nicht über einen Krieg“), und Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sah das Völkerrecht verletzt. Völkerrechtler warnten zudem vor der Rechtfertigung eines völkerrechtlich umstrittenen Präventivschlags. Unterstützung erhielt Merz hingegen von Israels Botschafter Ron Prosor, der die Aussage als realistische Beschreibung bewertete, sowie von Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), der die Sicherheitsbedrohung durch den Iran für Europa betonte.[80][81][82]

Am 8. August 2025 kündigte die Bundesregierung unter Merz an, „bis auf Weiteres“ keine Lieferungen von Waffen an Israel, die im Gazastreifen zum Einsatz kommen könnten, mehr zu genehmigen.[83] Dies wurde unter anderem vom Journalisten Philipp Peyman Engel (Jüdische Allgemeine) und dem Zentralrat der Juden scharf kritisiert. So wurde Merz vorgeworfen, mit der besonderen deutschen Staatsräson gegenüber Israel gebrochen zu haben.[84][85] Auch in den Reihen der eigenen Partei und insbesondere der CSU sowie der nicht im Bundestag vertretenen FDP erntete die Entscheidung Kritik. Lob kam dagegen vom israelischen Historiker Moshe Zimmermann, der die Entscheidung als „schon lange überfällig“ bezeichnete, sowie aus den Reihen der CDU, SPD, der Grünen und der Linken.[86][87] Jeremy Issacharoff, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, lobte die Entscheidung von Friedrich Merz als „maßvoll im Umfang und zeitlich begrenzt“.[88] Im November 2025 hob die Bundesregierung mit Verweis auf die mittlerweile zwischen Israel und Hamas geltende Waffenruhe sowie Verbesserungen bei der humanitären Hilfe für den Gazastreifen die Beschränkungen wieder auf und kehrte zurück zur Einzelfallprüfung von Rüstungsexporten an Israel.[89]

Zustimmungswerte

Die Amtsführung des Bundeskanzlers wurde nach einem Jahr Regierungszeit von Kommentatoren überwiegend kritisch bewertet.[90][91][92][93][94] Im ARD-DeutschlandTrend waren im Mai 2026 nur 16 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Merz zufrieden; dies war der bis dahin niedrigste dort für einen Bundeskanzler gemessene Wert.[95][96][97][98] Bis zum Oktober 2026 fielen die Werte im Deutschlandtrend auf 10 %; auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der schwarz-roten Regierung erreichte 10 %, ebenfalls ein Allzeittief.[99] Die Journalistin Katja Thorwarth führte die niedrigen Zustimmungswerte unter anderem auf Merz’ Sozialpolitik und seinen von ihr als wenig volksnah, überheblich und kritikresistent bewerteten politischen Stil zurück.[100] Die Wirtschaftswissenschaftler Achim Truger und Tom Krebs sehen hingegen Deutschland in einer Wirtschaftskrise und erachten Merz' Diagnose, dass Arbeitszeit, Bürokratie und Sozialausgaben dafür verantwortlich seien, als falsch. Merz setze auf eine Sparpolitik im Kernhaushalt, was die Konjunktur jedoch weiter belasten werde, da Kürzungen die Nachfrage bremsen.[101][102] Innerhalb der CDU gab es Überlegungen, die Möglichkeit eines Kanzlerwechsels in Erwägung zu ziehen, wobei der Name von NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst genannt wird.[103][104][105]

Wechsel im Fraktionsvorsitz und Kabinettsumbau

Im Juli 2026 trat Unions-Fraktionschef Spahn wegen einer Leihmutterschaftsaffäre zurück. Er war durch Leihmutterschaft in den USA Vater eines Kindes geworden, obwohl sich die Union in Deutschland für das Verbot der Leihmutterschaft ausspricht. Merz wurde vorgeworfen, die Brisanz von Spahns Vaterschaft und der folgenden öffentlichen Debatte nicht richtig eingeschätzt zu haben.[106][107] Nach heftigen Reaktionen, auch aus der eigenen Partei, habe Merz Spahn rasch zum Rücktritt gedrängt. Die Vakanz im Fraktionsvorsitz nutzte Merz für einen Kabinettsumbau auf mehrern Positionen.[108][109] Parteiintern gab es scharfe Kritik an Art, Weise und Stil von Merz Personalentscheidungen sowie dem Umgang mit Parteifreunden, unter anderem nach den Entlassungen von Verkehrsminister Patrick Schnieder und Gesundheits-Staatssekretär Tino Sorge. So gab Merz Sorges Entlassung zuerst in Parteigremien und vor der Presse bekannt, bevor er Sorge selbst informierte.[110][111] Schnieder wiederum war von Merz informiert worden, dass er von ihm entlassen werde, worauf er sich von CDU-Verkehrspolitikern verabschiedete. Jedoch sagte sein von Merz auserwählter Nachfolger ab, sodass Schnieder zunächst im Amt blieb, dann jedoch mit Verweis auf den »unwürdigen« Zustand Merz um Entlassung bat, nachdem der sich nicht weiter öffentlich zu der Entlassung geäußert hatte.[112]

Privates

Friedrich Merz lebt in Arnsberg-Niedereimer.[113] Er hat einen Zweitwohnsitz in Gmund am Tegernsee. Merz ist seit 1981 mit Charlotte Merz geb. Gass (* 1960) verheiratet, die Richterin und Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg ist.[114][115] Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder: Der 1981 geborene Sohn Philippe Merz ist promovierter Philosoph und leitet eine Akademie in Freiburg im Breisgau. Die ältere Tochter Constanze ist Ärztin, die jüngere Tochter Carola Juristin.[116][117][118][119]

Friedrich Merz besitzt ein Haus am Tegernsee, wo auch der Lebensmittelpunkt seines Freundes Wolfram Weimer ist, des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[120][121][122] In der Süddeutschen Zeitung wurde für diese enge Beziehung der Begriff der Tegernsee-Connection gewählt.[123]



Link anklicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Merz







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