Der Lauscher an der Wand
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Das Sprichwort „Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand“ warnt davor, andere heimlich zu belauschen. Wer neugierig Gespräche abhört, erfährt oft Negatives oder Beschämendes über sich selbst. Es ist eine klassische Ermahnung zur Ehrlichkeit und Diskretion.
Bedeutung und Herkunft:
- Bedeutung: Wer heimlich lauscht, hört oft, wie schlecht über ihn geredet wird.
- Herkunft: Als feststehende Redewendung seit dem 16. Jahrhundert (u.a. bei Sebastian Franck, 1541) belegt.
- Rechtlicher Hintergrund: Es gilt als altes Rechtssprichwort (Rechtsparömiologie), das in Georg Tobias Pistorius' Thesaurus Paroemiarum Germanico-Juridicarum (1716) als "Ausdruck des geltenden Rechts" aufgenommen wurde.
Synonyme und Variationen:
- "Horcher an der Wand, hört seine eigne Schand".
- "Der Lauscher an der Wand hört nur die eigene Schand".
Anwendungsbeispiele (Usage Examples):
- Alltagsleben: Wenn jemand heimlich an der Tür lauscht und erfährt, dass Kollegen ihn nicht mögen.
- Literarisch/Kulturell: Im Roman "Schweigen im Walde" von Ludwig Ganghofer wird das Sprichwort genutzt.
- Kunst: Eine Bronzeskulptur "Lauschergruppe an der Musikhochschule" in Freiburg (Karl-Henning Seemann) stellt das Motiv dar.
- Politisch/Gesellschaftlich: Die Redewendung wird verwendet, um Geheimdienste zu kritisieren, die sich gegenseitig abhören (Belauscher-Gefahr).
Verwandte Wendungen:
- "Den Teufel an die Wand malen" (im Sinne von Übles heraufbeschwören, teils in ähnlichem Kontext genutzt).
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