Ulrich Siegmund
Ulrich Siegmund
Ulrich Siegmund (* 25. Oktober 1990 in Havelberg) ist ein deutscher Politiker (AfD) im vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert rechtsextrem eingestuften Landesverband Sachsen-Anhalt. Seit 2016 ist er Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt, seit August 2022 gemeinsam mit Oliver Kirchner außerdem Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion und damit Oppositionsführer. Im Jahr 2023 nahm Siegmund am Treffen von Rechtsextremen in Potsdam teil.
Leben
Siegmund durchlief eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. 2014 gründete er ein Handelsunternehmen, welches unter anderem Raumbeduftungen anbietet.[1] Er schloss im Jahr 2016 ein Studium im Bereich Wirtschaftspsychologie und Betriebswirtschaftslehre mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts erfolgreich ab.[2]
Siegmund wohnt in Tangermünde, ist verheiratet und ist 2017 aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten.[3]
Politik
Mit 19 Jahren trat Siegmund in die CDU ein, die er im Alter von 24 Jahren verließ, um Mitglied der AfD zu werden. Im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Stendal ist er gewählter Pressesprecher. Seit 2016 gehört Siegmund dem Landesvorstand der AfD Sachsen-Anhalt an. Der Landesverband wurde 2023 vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft.[4][5]
Bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 wurde Siegmund über die AfD-Landesliste in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt.[6][7] Er war bis Februar 2024[8] Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Integration sowie gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt.[9] Im August 2022 wählte ihn die AfD-Fraktion im Landtag zum gleichberechtigten Co-Vorsitzenden neben Oliver Kirchner.[10]
Siegmund betreibt unter dem Namen Mutzurwahrheit90 einen TikTok-Kanal, hat dort rund 560.000 Follower (Stand: 2025)[11] und ist damit einer der erfolgreichsten deutschen Politiker auf der Plattform.[12]
Nach Recherchen von Correctiv war Siegmund Teilnehmer eines Treffens am 25. November 2023 im Landhaus Adlon in Potsdam mit Teilnehmern der Neuen Rechten, darunter dem österreichischen Rechtsextremen Martin Sellner. Bei dem Treffen wurde über einen „Masterplan“ zur praktischen Umsetzung der Rückführung von Millionen von Asylbewerbern, Ausländern mit Bleiberecht und „nicht-assimilierten“ (deutschen) Staatsbürgern aus Deutschland gesprochen (sogenannte Remigration). Siegmund soll dort um Direktspenden zur Wahlkampffinanzierung geworben haben.[13][14]
Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 tritt er für die AfD als Spitzenkandidat an.[15]
Im November 2025 antwortete Siegmund in einem Podcast des Portals Politico auf die Frage, ob die NS-Zeit „das Schlimmste der Menschheit“ sei, er maße sich das nicht an zu bewerten, da er „die gesamte Menschheit nicht aufarbeiten“ könne und „aus allen Verbrechen dieser Menschheit natürlich lernen“ müsse. Auf den Hinweis, dass bei seinen Veranstaltungen ein Anheizer dem Publikum „Sieg“ zurufe und die Menge „Mund“ zurückrufe, fragte Siegmund: „Was ist denn an meinem Namen falsch? Mein Name heißt Siegmund.“ Dazu sagte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wer zu einer Menge von AfD-Anhängern „Sieg“ rufe, spiele „auf die Sprechchöre der Nationalsozialisten an“, und wer „sich auf Nachfrage“ weigere, „die Schoa als schlimmstes Verbrechen der Menschheitsgeschichte zu bezeichnen“, relativiere damit die Verbrechen der Nationalsozialisten.[16]
Nach Angaben des Tagesspiegel strebt der AfD-Politiker grundlegende Veränderungen an: Die allgemeine Schulpflicht solle abgeschafft werden und der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle auf maximal zwei Programme reduziert werden, die auf jegliche Meinungsäußerung verzichten müssten.[17] Zudem beabsichtige er, die Landesregierung Sachsen-Anhalts durch die Zusammenlegung von Ministerien zu verkleinern.[17] Mehrere Landesbehörden wie die Energieagentur möchte er abschaffen.[18]
Link anklicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Siegmund


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