Warum wurde man bei Angela Merkel zwangsläufig schizophren ???
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Die Annahme, man sei unter Angela Merkel „zwangsläufig schizophren“ geworden, bezieht sich historisch und rhetorisch primär auf das Leben in der DDR-Diktatur sowie auf die darauffolgenden politischen Zuschreibungen während ihrer Kanzlerschaft. Der Begriff beschreibt in diesem Kontext keine medizinische Erkrankung, sondern eine gesellschaftliche und politische Zerrissenheit.
Zwei wesentliche Dimensionen erklären diesen Ausspruch:
1. Das „Doppelleben“ in der DDR
Angela Merkel wuchs in der DDR auf und thematisierte die dortigen Lebensumstände in ihren Reden. Bei der Verleihung des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen griff sie die Debatte um ihre Vergangenheit auf und sagte rückblickend: „In der DDR hatte ich immer Angst, schizophren zu werden.“
Damit beschrieb sie das Phänomen, das Historiker oft als gesellschaftliche Schizophrenie oder Orwellschen „Doublespeak“ bezeichnen:
- Öffentliche Anpassung: Um studieren und als Physikerin arbeiten zu können, war eine formelle Anpassung an das System (wie die Mitgliedschaft in der FDJ) notwendig. Man musste offiziell sagen, was die Herrschenden hören wollten.
- Private Distanz: Im privaten Raum, geschützt im familiären oder kirchlichen Umfeld, pflegte man eine völlig andere, systemkritische Meinung.
Diese permanente Spaltung zwischen dem öffentlichen Funktionieren und der privaten Überzeugung erzeugte bei vielen Bürgern das Gefühl einer psychologischen Zerrissenheit.
2. Politische Rhetorik und Kritik an Merkel
Im Laufe ihrer 16-jährigen Amtszeit als Bundeskanzlerin nutzten Kritiker, Journalisten und politische Beobachter den Begriff wiederholt, um Widersprüche in ihrer Politik zu beschreiben:
- Asylpolitik (2015): Während der Flüchtlingskrise wurde Merkel von Kritikern als „schizophren gewordene Politikerin“ bezeichnet. Man warf ihr vor, einerseits die liberale Willkommenskultur („Wir schaffen das“) zu verkünden, während im Hintergrund bereits an einer Verschärfung der Abschieberegelungen und dem EU-Türkei-Deal gearbeitet wurde.
- Das deutsche Konsumverhalten: Merkel nutzte das Wort selbst, um die deutsche Bevölkerung zu kritisieren. Sie bezeichnete den Umgang mit Daten als „schizophren“, da Deutsche dem Staat gegenüber extrem misstrauisch bezüglich des Datenschutzes seien, gleichzeitig aber US-amerikanischen Tech-Konzernen freiwillig intimste Daten anvertrauen.
- Die digitale Welt: Auf dem Evangelischen Kirchentag warnte sie davor, das Internet als rechtsfreien Raum zu sehen. Wer glaube, im digitalen Leben gelten andere moralische Grenzen als im realen Leben, verhalte sich im Grunde „schizophren“.
Zusammenfassung
Der Ausdruck beschreibt im Kern das Dilemma der Anpassung. Wer sich Merkels Biografie oder ihrem politischen Pragmatismus nähert, stößt auf das Phänomen, zwei widersprüchliche Realitäten gleichzeitig managen zu müssen – sei es, um in einer Diktatur zu überleben, oder um im politischen Alltag Kompromisse zwischen gegensätzlichen Lagern zu schließen.
Der Begriff "Schizophrenie" wird umgangssprachlich oft abwertend verwendet, um auf Widersprüchlichkeiten in der Politik oder das Vorhandensein von zwei scheinbar unvereinbaren Positionen hinzuweisen. Es gibt jedoch keine medizinischen oder sachlichen Belege dafür, dass Angela Merkel an Schizophrenie erkrankte oder dass ihr Amt bei Dritten eine solche Psychose auslöste.
Die Annahme leitet sich stattdessen vermutlich aus zwei bestimmten Kontexten ab:
1. Zitteranfälle während ihrer Amtszeit
In den Jahren 2019 kam es bei öffentlichen Auftritten zu wiederholten Zitteranfällen der Kanzlerin. Dies führte zu medialen Spekulationen über psychische oder neurologische Ursachen. Später wurde jedoch bekannt, dass es sich primär um psychovegetative Reaktionen handelte, die unter anderem durch eine Verarbeitungsphase und latente Übermüdung ausgelöst wurden.
In den Jahren 2019 kam es bei öffentlichen Auftritten zu wiederholten Zitteranfällen der Kanzlerin. Dies führte zu medialen Spekulationen über psychische oder neurologische Ursachen. Später wurde jedoch bekannt, dass es sich primär um psychovegetative Reaktionen handelte, die unter anderem durch eine Verarbeitungsphase und latente Übermüdung ausgelöst wurden.
2. Politische Polarisierung ("Wir schaffen das")
In der Debatte um die Flüchtlingskrise ab 2015 spaltete sich die öffentliche Meinung stark. Während ein Teil der Bevölkerung ihren Kurs befürwortete, warf ein anderer Teil ihr vor, die Realität zu verkennen. Aus einer stark ablehnenden politischen Perspektive heraus wurden diese kontroversen und oft als widersprüchlich empfundenen Regierungsentscheidungen fälschlicherweise als "schizophren" (im Sinne von gespaltener Realitätswahrnehmung) bezeichnet.
In der Debatte um die Flüchtlingskrise ab 2015 spaltete sich die öffentliche Meinung stark. Während ein Teil der Bevölkerung ihren Kurs befürwortete, warf ein anderer Teil ihr vor, die Realität zu verkennen. Aus einer stark ablehnenden politischen Perspektive heraus wurden diese kontroversen und oft als widersprüchlich empfundenen Regierungsentscheidungen fälschlicherweise als "schizophren" (im Sinne von gespaltener Realitätswahrnehmung) bezeichnet.
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